Beim letzten Weltcup-Duell der Bobpiloten Francesco Friedrich und Johannes Lochner hatte Teamkollege Adam Ammour die Nase vorn: Beim Finale zum IBSF Weltcup 2025/2026 am SachsenEnergie-Eiskanal traten die beiden herausragenden Piloten der vergangenen Jahre – Olympiasieger und Rekord-Weltmeister Francesco Friedrich sowie der Olympia- und WM-Zweite Johannes Lochner – heute in der Viererbob-Entscheidung am SachsenEnergie-Eiskanal zum letzten Mal in einem Weltcup Weltcups gegeneinander an. Während Lochner und Friedrich in Altenberg auf Platz zwei und drei fuhren, feierte Europameister Adam Ammour beim Finale seinen zweiten Weltcupsieg im großen Schlitten in Folge.
Den Sieg im siebten und letzten Saisonrennen sicherte sich Adam Ammour mit Issam Ammour, Joshua Tasche und Alexander Schaller hauchdünn vor Teamkollege Johannes Lochner (0,02 Sekunden zurück) mit Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer. Auf Rang drei am SachsenEnergie-Eiskanal: Lokalmatador Francesco Friedrich aus Pirna mit Matthias Sommer, Alexander Schüller und Felix Straub (0,15 Sekunden zurück).
In den Top sechs beim Weltcup-Finale in Altenberg kurz vor den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026: der Brite Brad Hall mit Ben Simons (zweiter Rennlauf: Leon Greenwood), Taylor Lawrence und Greg Cackett auf Rang vier vor dem Österreicher Markus Treichl mit Sascha Stepan, Markus Sammer und Kristian Huber. Der Kanadier Taylor Austin mit Mike Evelyn O‘Higgins, Keaton Bruggeling und Shaq Murray-Lawrence feierte auf Rang sechs das beste Viererbob-Resultat im Olympiawinter 2025/2026.
Der Viererbob-Gesamtsieg im IBSF Weltcup 2025/2026 ging zum ersten Mal seit 2018 wieder an Johannes Lochner. Francesco Friedrich belegte Gesamtrang zwei vor Teamkollege Adam Ammour. Lochner holte damit auch die große Kristallkugel für die Kombi-Wertung aus Zweier- und Viererbob. Er beendet nach den Olympischen Winterspielen 2026 seine Karriere als Bobpilot.
Die Stimmen nach dem Rennen
Adam Ammour: „Es war ein schwieriges Rennen heute. Aber im zweiten Lauf lief’s etwas besser am Start und auch in der Bahn. Wir sind nah dran, fühlen uns alle gut. Am Ende natürlich ein cooles Rennen für uns, um das Momentum jetzt nochmal mitzunehmen. An einen Sieg haben wir ehrlich gesagt nicht mehr gedacht. Aber der Hansi hatte natürlich einen Riesenpatzer nach der Kurve 14. Dabei verlor er so viel Speed, dass es sich für uns ausgegangen ist. Jetzt können wir erstmal mit einem guten Gefühl nach Hause fahren, um uns ein bisschen auszuruhen – vor Cortina.“
Hansi Lochner: „Wir nehmen die tolle Stimmung hier mit, denn wenn man so verliert, kann ich das locker wegstecken. Es ist natürlich Pech, wenn du hier so die Bande bekommst und dir der Schlitten dann so weggeht. Da muss man dann froh sein, wenn du dann in der 15, 16 nicht ausleerst. Da ging’s darum, den Bob auf vier Kufen runterzukriegen, als noch um eine Hundertstel zu kämpfen. Platz 2 ist im Endeffekt voll in Ordnung. Das Material läuft, die Linie stimmt, das ist das was zählt. Ohne den Fehler wären wir deutlich voraus gewesen. In Cortina geht’s dann hoffentlich ohne Fehler.“
Cheftrainer René Spies: „Es war ein interessantes Rennen. Die IBSF-Jury hat sich dazu entschlossen, die Bahn beim Viererbewerb nicht zu spritzen. Es war die richtige Entscheidung, auch wenn’s für die Top-Piloten vorne jetzt kurios ausgegangen ist. Wir haben gesehen, dass einige an ihre Grenzen stießen, aber wir haben in zwei Wochen Olympia. Es war jetzt kein klares Rennen, wir sahen, dass die Bahn bereift ist – da ist halt auch mal ganz schnell ein Zehntel weg. Am Ende bin ich sehr zufrieden, dass jetzt alle gesund durchgekommen sind, das war das Hauptziel. Deshalb waren die Ergebnisse heuer eher sekundär.“
Text: IBSF (RWH), BSD // Photos: © IBSF · Viesturs Lacis
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